Tag der Kärntner Volksabstimmung

2030Donnerstag, 10. Oktober
Tag der Kärntner Volksabstimmung

Auf einen Blick

Datum
Donnerstag, 10. Oktober 2030
Gefeiert in
Austria
Art
Kultureller Feiertag

Was ist Tag der Kärntner Volksabstimmung?

Der Tag der Kärntner Volksabstimmung ist ein Landesfeiertag in Kärnten, der jährlich am 10. Oktober begangen wird. Er erinnert an die historische Volksabstimmung von 1920, bei der die Bevölkerung Südkärntens für den Verbleib bei Österreich stimmte, anstatt sich dem neu gegründeten Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (später Jugoslawien) anzuschließen.

Dieser Tag hat tiefe Bedeutung für die Kärntner Identität. Er symbolisiert die demokratische Entscheidung des Volkes, seine eigene nationale Zugehörigkeit zu bestimmen. Die Volksabstimmung war eine friedliche Lösung eines Territorialkonflikts, der die Region nach dem Ersten Weltkrieg zu zerreißen drohte.

Der 10. Oktober ist nur in Kärnten ein gesetzlicher Feiertag, nicht im gesamten Österreich. Schulen und viele Geschäfte sind geschlossen, und der Tag wird durch offizielle Zeremonien und Gedenkveranstaltungen gewürdigt.

Wann ist Tag der Kärntner Volksabstimmung 2030?

Tag der Kärntner Volksabstimmung ist am Donnerstag, 10. Oktober im Jahr 2030. Die Termine für weitere Jahre finden Sie in der Tabelle unten.

JahrDatumTag
202910. OktoberMittwoch
203010. OktoberDonnerstag
203110. OktoberFreitag
203210. OktoberSonntag
203310. OktoberMontag
203410. OktoberDienstag

Geschichte & Ursprung

Nach dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie 1918 erhob der neu gegründete Staat Jugoslawien Anspruch auf Teile Kärntens, insbesondere auf Gebiete mit bedeutender slowenischsprachiger Bevölkerung. Jugoslawische Truppen besetzten Südkärnten im November 1918, was zu bewaffneten Auseinandersetzungen führte.

Der Kärntner Abwehrkampf dauerte von Dezember 1918 bis Juni 1919. Lokale Freiwilligenverbände leisteten Widerstand gegen die jugoslawische Besatzung. Der Vertrag von Saint-Germain (1919) legte fest, dass eine Volksabstimmung über das Schicksal der Region entscheiden sollte.

Das Abstimmungsgebiet wurde in Zone A (südlich, mit gemischter Bevölkerung) und Zone B (nördlich, mit deutschsprachiger Mehrheit) geteilt. Am 10. Oktober 1920 stimmten in Zone A 59,04% für den Verbleib bei Österreich. Dieses eindeutige Ergebnis machte eine Abstimmung in Zone B überflüssig.

Bemerkenswert ist, dass etwa 40% der slowenischsprachigen Bevölkerung in Zone A für Österreich stimmten. Dies zeigte, dass kulturelle Bindungen und wirtschaftliche Überlegungen oft wichtiger waren als ethnische Zugehörigkeit. Das Ergebnis wurde vom Völkerbund offiziell anerkannt.

Wie wird gefeiert

Offizieller Landesfestakt: Die Hauptgedenkfeier findet im Kärntner Landhaus in Klagenfurt statt, mit Ansprachen des Landeshauptmanns und anderer Würdenträger.

Gedenkgottesdienste: Kranzniederlegungen finden an Kriegerdenkmälern und Monumenten statt, die den Verteidigern von 1918-1919 und der Volksabstimmung gewidmet sind.

Ökumenische Gottesdienste: Gottesdienste werden sowohl in deutscher als auch in slowenischer Sprache abgehalten, was das zweisprachige Erbe der Region widerspiegelt.

Volksfeste: Traditionelle Musik, Volkstänze und Trachten prägen kulturelle Veranstaltungen in ganz Kärnten.

Historische Ausstellungen: Museen bieten Sonderausstellungen über die Zeit der Volksabstimmung, den Abwehrkampf und die Kärntner Geschichte.

Fackelzüge: In einigen Gemeinden finden abendliche Fackelzüge zur Erinnerung an die historische Abstimmung statt.

Beflaggung: Die Kärntner Fahne (gelb-rot-weiß) wird an öffentlichen Gebäuden, Häusern und Geschäften gehisst.

Schulprogramme: Bildungsprogramme helfen jüngeren Generationen, die Bedeutung des Tages zu verstehen.

Wo wird gefeiert

Interessante Fakten

  • 💡Etwa 40% der slowenischsprachigen Bevölkerung in Zone A stimmten 1920 für Österreich
  • 💡Das Abstimmungsergebnis war 59,04% für Österreich und 40,96% für Jugoslawien in Zone A
  • 💡Der Kärntner Abwehrkampf wurde größtenteils von zivilen Freiwilligen geführt, nicht von regulären Militärkräften
  • 💡Der 10. Oktober ist der einzige österreichische Landesfeiertag, der einer Volksabstimmung gedenkt
  • 💡Die Volksabstimmung wurde von einer internationalen Kommission mit britischen, französischen und italienischen Vertretern überwacht
  • 💡Frauen durften an der Kärntner Volksabstimmung teilnehmen, da Österreich 1918 das Frauenwahlrecht eingeführt hatte
  • 💡Die originalen Protokolle der Volksabstimmung werden im Kärntner Landesarchiv aufbewahrt
  • 💡Das Kärntner Heimatlied wird bei allen Gedenkfeiern zur Volksabstimmung gesungen

Häufig gestellte Fragen

Was war die Kärntner Volksabstimmung?

Die Kärntner Volksabstimmung war ein Referendum am 10. Oktober 1920, bei dem entschieden wurde, ob Südkärnten bei Österreich bleiben oder sich dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (später Jugoslawien) anschließen sollte. 59,04% stimmten für den Verbleib bei Österreich.

Warum erhob Jugoslawien Anspruch auf Kärnten?

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns beanspruchte Jugoslawien Südkärnten wegen seiner bedeutenden slowenischsprachigen Bevölkerung. Die Region hatte wirtschaftliche Bedeutung und strategischen Wert, was vor der Volksabstimmung zu bewaffneten Konflikten führte.

Ist der Tag der Kärntner Volksabstimmung in ganz Österreich ein Feiertag?

Nein, der 10. Oktober ist nur in Kärnten ein gesetzlicher Feiertag. Im übrigen Österreich ist es ein normaler Arbeitstag. In Kärnten sind Schulen und viele Geschäfte geschlossen.

Was war der Kärntner Abwehrkampf?

Der Kärntner Abwehrkampf war ein bewaffneter Konflikt von Dezember 1918 bis Juni 1919, bei dem Kärntner Freiwillige Widerstand gegen die jugoslawische Militärbesatzung Südkärntens leisteten. Er endete mit der Vereinbarung der Volksabstimmung.

Wie wird der Tag in Kärnten begangen?

Offizielle Zeremonien finden im Landhaus in Klagenfurt statt, mit Reden von Politikern. Gedenkgottesdienste, Kranzniederlegungen, kirchliche Feiern, Volksfeste und historische Ausstellungen finden in der gesamten Region statt.

Warum stimmten Slowenischsprachige für Österreich?

Viele slowenischsprachige Bewohner stimmten wegen wirtschaftlicher Bindungen, familiärer Verbindungen über Sprachgrenzen hinweg, Bedenken gegenüber zentralistischer Herrschaft aus Belgrad und einer lokalen Identität, die über ethnische Kategorien hinausging, für Österreich.

Reiseinspiration

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